Kamairicha aus Japan im Moses Tee Shop

Trocken erhitzter Kamairicha

Kamairicha ist ein selten hergestellter japanischer Grüntee, der nicht gedämpft, sondern traditionell trocken in der Kama erhitzt wird. Sein sanft geröstetes Aroma und die milde Tasse machen Kamairicha zu einer besonderen Spezialität im Tee-Sortiment.

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    Was ist Kamairicha?

    Kamairicha ist eine seltene Spezialität unter den japanischen Grüntees. Im Unterschied zu den meisten japanischen Teesorten werden die Teeblätter nach der Ernte nicht gedämpft, sondern in einer Kama – einem gusseisernen Wok-ähnlichen Gefäß – trocken erhitzt. Diese traditionelle Methode verleiht dem Tee ein mild geröstetes Aroma mit feinen, nussigen Noten. Der Name Kamairicha bedeutet wörtlich „Wok-Tee“ und verweist auf genau diese ursprüngliche Herstellungsweise. Aufgrund seiner aufwendigen Verarbeitung ist Kamairicha heute eine echte Rarität und macht weniger als ein Prozent der gesamten japanischen Grüntee-Produktion aus.

    Herstellung in der Kama: Tradition ohne Kompromisse

    Bei unserem Kamairicha setzen wir konsequent auf traditionelle Handwerkskunst: Die frisch geernteten Teeblätter werden ausschließlich in einer echten Kama trocken erhitzt, die mit Gasflammen beheizt wird. Dabei werden die Enzyme in den Blättern gezielt deaktiviert, sodass keine Fermentation einsetzt. So bleibt der Tee grün, frisch und reich an natürlichen Inhaltsstoffen – ganz ohne Dämpfen.

    Verarbeitung: Schonende Trocknung & sorgfältiges Kneten

    Nach der Trockenerhitzung durchlaufen die Teeblätter – wie bei vielen anderen japanischen Grüntees – weitere wichtige Produktionsschritte. Dabei werden sie kontinuierlich bewegt, während heiße Luft vorbeiströmt und die Feuchtigkeit nach und nach entzieht. Ein weiterer essenzieller Verarbeitungsschritt ist das Kneten der Blätter, wodurch die Zellstruktur aufgebrochen wird. Dies ermöglicht eine gleichmäßige Extraktion beim Aufguss und sorgt für ein besonders volles Aroma.

    Gekräuselte Blattform & aufwendige Sortierung

    Kamairicha zählt zur Familie der Tamaryokucha, also der gekräuselten Grüntees. Die besondere Blattform macht die Sortierung technisch anspruchsvoller als bei nadelförmigen Tees wie Sencha oder Gyokuro. Während klassische Siebverfahren vergleichsweise hohe Verluste verursachen, erfolgt bei uns die Auswahl mit größter Sorgfalt. So bleibt mehr von dem erhalten, was diesen Tee so besonders macht – ein handwerklich hergestelltes Unikat für echte Teeliebhaber.

    Häufige Fragen zu Kamairicha – trocken erhitzter Grüntee und Oolong aus Japan

    Kamairicha wird nach der Ernte nicht gedämpft, sondern trocken in einer „Kama“ erhitzt. Dieses „Pan-Firing“ stoppt die Oxidation ebenfalls, verändert aber Duft und Geschmack: Statt der typischen Grasigkeit treten oft wärmere, nussige Noten und eine klarere, gelbgrüne Tassenfarbe in den Vordergrund.

    Die Pfannenhitze neutralisiert einen Teil der „grünen“, pflanzlichen Spitzen, die gedämpfte Grüntees stark prägen können, und legt andere Aromaschichten frei. Kamairicha wirkt dadurch häufig duftbetonter, leichter und weniger adstringierend – ein Tee, der nicht laut sein muss, um im Gedächtnis zu bleiben.

    „Kama-ka/kamaka“ steht für das typische „Aroma der Pfanne“: eine warme, leicht röstige Duftnote, die sich aus der trocken erhitzten Verarbeitung ergibt. Bei einzelnen Tees wird dieses Profil zusätzlich über eine stärkere Enderhitzung (hi-ire) betont – ein gezielter Feinschliff, der Duft und Haltbarkeit beeinflussen kann.

    Kamairicha wird heute nur noch in vergleichsweise kleinem Umfang produziert und gilt als Spezialität weniger Regionen und Produzenten. Als Gründe gelten die regionale Spezialisierung, die anspruchsvollere Verarbeitung und der Umstand, dass die Dämpfung in Japan industriell sehr stark etabliert ist.

    Die Collection umfasst aktuell sechs Produkte; enthalten sind mehrere Kamairicha sowie ein Oolong im Kamairicha-Kontext. Die Tees auf der Seite sind alle Bio und nicht aromatisiert.

    Ein „Oolong Kamairicha“ arbeitet mit einer leichten Oxidation (typischer Oolong-Ansatz), bleibt aber im Kamairicha-Umfeld durch die trocken erhitzte Verarbeitung und die gekräuselte Blatt-Anmutung verankert. Dadurch entsteht ein Profil, das floral und weich wirkt, aber dennoch eine feine Röstsignatur tragen kann.

    Die Begriffe verweisen auf die Herkunft der Pflanzen: Zairai meint samenvermehrte, „ursprüngliche“ Teesträucher; Yabukita, Oku Midori und Minami Sayaka sind Kultivare (also selektierte Varietäten). In der Collection ist das relevant, weil einzelne Tees bewusst aus Zairai-Beständen stammen, während andere Kultivare bestimmte Schwerpunkte setzen können – von milder Süße bis zu ausgeprägterer Umami-Anmutung.

    Orientieren Sie sich am jeweiligen Tee: Die Empfehlungen reichen – je nach Stil – von eher moderaten Temperaturen bis deutlich heißer (bei einigen Kamairicha 80–90 °C; beim Oolong-Ansatz um 90 °C). Dazu passen meist kurze Ziehzeiten und mehrere Aufgüsse, weil sich die Aromatik in Etappen entfalten kann.

    Auf unserer Teereise nach Japan haben wir den Kamairicha-Teegarten der Familie Kadota besucht, der bewusst klein geblieben ist, um echte Handarbeit zu ermöglichen. Dort wird nicht nur auf historischen Maschinen gearbeitet, sondern auch mit traditionellen Hon-Gama. Besonders beeindruckt hat uns, wie stark die Produzenten nach Gefühl, Erfahrung und Sinnesprüfung arbeiten. Selbst Ruhe und Stimmung während der Herstellung spielen für sie eine Rolle. Mit Arasaki Tokujou Kamairicha bio und Kama-Ka Kamairicha bio führen wir Bestseller dieses Teegartens auch in unserem Shop.