Gong Fu Cha Zubehör im Moses Shop

Gong Fu Cha Teezeremonie

Gong Fu Cha Teerezemonie – entdecke stilvolles Zubehör und spannende Literatur zur traditionellen chinesischen Teezeremonie. Von Gaiwan bis Teetablett findest du hier alles für ein authentisches und achtsames Tee-Ritual.

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    Bei uns können Sie alles finden, was Sie für Ihre Gong Fu Cha Zeremonie auf traditionelle, chinesische Art benötigen.

    Tee zelebrieren - Geist und Körper entspannen

    Zugegeben, manchmal möchte man einfach seinen Tee trinken und ein wenig Ruhe genießen. Doch in China und anderen Ländern hat man regelrechte Zeremonien entwickelt. Diese, wie zum Beispiel das chinesische Gong Fu Cha, sollen dem Tee zu einem besonderen Aroma verhelfen, aber auch den Menschen körperlich und geistig auf den Genuss einstellen. Durch diese zwangsläufig eintretende Entschleunigung des Alltags ist Gong Fu Cha genau das Richtige, um den Tee in vollen Zügen zu genießen.

    Hochwertiges Zubehör rund ums Gong Fu Cha

    Alles, was Sie in unserem Sortiment finden können, wurde speziell nach den Regeln des Gong Fu Cha hergestellt und ist deshalb bestens für die chinesische Teezeremonie geeignet. Viele unserer Artikel wurden nicht maschinell, sondern nach traditionellen Gesichtspunkten von Hand hergestellt. In der Regel kommen sie direkt aus China und anderen Ländern, in denen die Teezeremonie eine wichtige Rolle spielt.

    Gong Fu Cha bietet Ihnen breite Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung der Teezeremonie. Das wird auch durch die verschiedenen Materialien deutlich, die Ihnen hier zur Verfügung stehen. Ob Glas, Keramik oder Bambus - möglich ist, was Ihnen gefällt.

    Chinesisches Flair für Ihre Teezeremonie

    Wunderschöne Teekannen und Teebecher sind natürlich nur einer der vielen wichtigen Artikel für Gong Fu Cha. Ein Tea Tasting Set besteht in der Regel aus einer Tasse mit Unterteller und Deckelchen. Darüber hinaus finden Sie hier aber auch Sets, zu denen neben der Teeschale auch eine Kanne und das passende Besteck gehören.

    Darf es noch ein wenig mehr sein? Mit Besteckhaltern, einem Teeboot aus Stein oder Holz und der passenden Literatur haben Sie alles, was Sie für das Gong Fu Cha brauchen. Stellen Sie sich gleich Ihre individuelle Ausstattung zusammen oder wählen Sie eines der hübschen Sets!

    Für alle jene, die mehr wissen und erfahren möchten, empfehlen wir die Seite des Züricher Teegeschäftes Shui Tang unserer hochgeschätzten Tee-Expertin und Reiseleiterin in die Teeanbaugebiete Taiwans Menglin Chou.

    Gong Fu Cha – Tradition verstehen, Tee bewusster genießen

    Gong Fu Cha (auch „Kung Fu Tea“ genannt) bedeutet wörtlich „Tee mit Geschick und Hingabe“ zuzubereiten. Der Begriff Gongfu steht im Chinesischen für meisterhafte Kunstfertigkeit durch Geduld und Übung, Cha heißt Tee. Die traditionelle Gong Fu Cha Teezeremonie hat ihren Ursprung in China, wo sie bereits seit dem 17. Jahrhundert praktiziert wird – vermutlich zuerst in der Region Chaozhou (Provinz Guangdong) – und später auch in Taiwan gepflegt wurde. Im Gegensatz zur formellen japanischen Matcha-Teezeremonie konzentriert sich Gong Fu Cha auf die Zubereitung von Blatt-Tee mit großer Sorgfalt und Achtsamkeit. Jede Handlung – vom Erhitzen des Wassers bis zum Einschenken des Tees – wird bewusst und ruhig ausgeführt, um das Beste aus hochwertigen Teeblättern hervorzubringen. Durch diese ritualisierte Entschleunigung wird sowohl das Aroma des Tees intensiviert als auch eine meditative Atmosphäre geschaffen. Gong Fu Cha ist somit mehr als nur Teekochen – es ist ein kulturelles Erlebnis, das Geist und Körper in Einklang bringt und die schlichte Schönheit des Teegenusses zelebriert.

    Eine klassische Gong Fu Cha-Zubereitung folgt einem festen Ablauf, der jedoch gelassen und ohne Eile durchgeführt wird. Zunächst wird Wasser zum Kochen gebracht (ideal ist weiches Quellwasser). Mit dem sprudelnden Wasser spült man alle Teegefäße gründlich aus – das kleine Teekännchen oder den Gaiwan, die Servierkanne sowie die Teeschälchen. So werden Staub entfernt und alle Gefäße vorgewärmt. Anschließend gibt man eine großzügige Portion Teeblätter (etwa 5 Gramm auf ein 150 ml-Kännchen) in das Aufgussgefäß und übergießt sie einmal kurz mit heißem Wasser, das sofort wieder abgegossen wird. Dieser erste Aufguss „wäscht“ die Teeblätter und lässt sie aufquellen, wird aber nicht getrunken.

    Nun beginnt das eigentliche Aufbrühen: Man füllt das Kännchen oder den Gaiwan bis zum Rand mit frisch kochendem Wasser und verschließt es. Oft übergießt man das Kännchen von außen noch mit heißem Wasser, um die Temperatur hochzuhalten. Nach sehr kurzer Ziehzeit (je nach Teesorte ca. 20–30 Sekunden) wird der Tee vollständig in eine kleine Servierkanne (Gong Dao Bei, „Gerechtigkeitsbecher“) umgegossen. Dieses Umfüllen stoppt die Extraktion und sorgt dafür, dass jeder Gast Tee von gleicher Stärke bekommt. Aus der Servierkanne verteilt man den Tee dann in die bereitstehenden Trinkschälchen – idealerweise aus geringer Höhe, damit die feinen Aromen nicht verduften. Bevor man trinkt, nimmt man sich einen Moment Zeit, den Duft des Tees zu genießen (häufig hält man die Tasse unter die Nase oder nutzt einen Aroma-Becher, siehe nächste Frage). Dann nippt man bewusst: erst ein kleiner Schluck, um den ersten Eindruck wahrzunehmen, dann größere, wobei man den Tee einige Sekunden im Mund behält, um alle Nuancen auszukosten.

    Dieser Vorgang – Aufgießen, kurzes Ziehen lassen, Abgießen und Ausschenken – wird für mehrere Aufgüsse wiederholt. Nach jedem Aufguss werden dieselben Blätter erneut mit heißem Wasser übergossen, wobei die Ziehzeit nach und nach ein wenig verlängert wird. Ein guter Oolong- oder Pu-Erh-Tee lässt sich oft 5–10 Mal aufgießen, wohingegen grüne oder weiße Tees meist nach 2–3 Aufgüssen erschöpft sind. Wichtig ist, dass man den Tee nach jedem Aufguss vollständig abgießt, damit der nächste Aufguss wieder klar im Geschmack ist und nicht nachzieht. Die Gong Fu Cha-Zeremonie endet, wenn die Teeblätter kein Aroma mehr abgeben – dann betrachtet man oft noch die aufgeblähten Teeblätter in einer Schale als Zeichen der Wertschätzung. Insgesamt schafft dieser ruhige, wiederkehrende Ablauf eine stimmungsvolle Tee-Runde, in der man den Alltag hinter sich lässt und den Tee mit allen Sinnen genießt.

    Sowohl der Gaiwan (Deckelschale) als auch das kleine Teekännchen sind klassische Gefäße für Gong Fu Cha, doch jedes hat seine Stärken. Ein Gaiwan – meist aus Porzellan – ist geschmacksneutral und gibt keine eigenen Aromen ab. Das macht ihn ideal, um feine grüne, weiße oder leicht fermentierte Oolong-Tees unverfälscht zu schmecken. Viele Teekenner nutzen den Gaiwan besonders für duftige, empfindliche Tees, weil das Porzellan den reinen Charakter bewahrt. Außerdem erlaubt ein Gaiwan einen Blick auf die Blätter und die Aufgussfarbe, was beim Verkosten hilfreich ist. Man kann daraus zur Not auch direkt trinken, was ihn vielseitig macht – allerdings erfordert das Ausgießen mit dem Deckel etwas Übung, um sich nicht die Finger zu verbrühen.

    Das Yixing-Tonkännchen hingegen ist ein unglasiertes Mini-Kännchen (typisch 100–200 ml), das mit der Zeit eine Tee-Patina entwickelt. Unglasierter Yixing-Ton ist porös und nimmt die Aromastoffe aufgegossener Tees in sich auf. Daher gilt: Ein solches Kännchen verwendet man idealerweise immer nur für eine bestimmte Tee-Sorte oder -Kategorie. Mit der Zeit „würzt“ der Tee das Tonkännchen, was bei dunklen Tees (etwa Pu-Erh, kräftigen Oolongs, Schwarztee) als vorteilhaft empfunden wird – das Kännchen wird sozusagen eingebrannt und kann den Geschmack abrunden. Yixing-Kännchen halten die Wärme sehr gut und eignen sich perfekt für Tees, die mit kochendem Wasser aufgegossen werden und viele Aufgüsse vertragen. Dazu zählen insbesondere Pu-Erh-Tees, höher oxidierte Oolongs und Schwarztees. Die dickwandige Tonkanne speichert Hitze länger als ein Gaiwan, wodurch solche Tees optimal extrahieren. Für sehr blumige, leichte Tees (z.B. grüne oder wenig oxidierte Oolongs) greift man jedoch eher zu einem Gaiwan oder einer Porzellankanne, damit die feinen Duftnoten nicht vom Ton absorbiert werden.

    In vielen Fällen ist es sinnvoll, beide Gefäßtypen parat zu haben: einen Gaiwan für universelle Verkostungen und eine oder mehrere Yixing-Kännchen, die jeweils auf bestimmte Lieblingstees „eingeschossen“ sind. Übrigens wurde traditionell oft unterschieden: Nicht fermentierte Tees (Grüntee, Gelbtee, Weißtee) bereitete man lieber im Gaiwan zu, wohingegen fermentierte Tees (Oolong, Schwarztee, Pu-Erh) eher in kleinen Tonkännchen im Gong-Fu-Stil aufgegossen wurden. Diese Faustregel ist nicht zwingend, aber zeigt die Tendenz. Letztlich hängt die Wahl vom persönlichen Geschmack ab: Beide Gefäße ermöglichen hervorragenden Teegenuss, wenn man sie richtig einsetzt.

    Ein Tee-Tablett (Cha Pan) oder Teeboot ist die unverzichtbare Unterlage für das Gong Fu Cha-Ritual – es hält sozusagen Ordnung auf dem Teetisch. Beim Gong Fu Cha wird nämlich mit viel Wasser gearbeitet: Man übergießt Kännchen und Schälchen, gießt möglicherweise den ersten Aufguss weg und hantiert allgemein recht „frei“ mit heißem Wasser. Ein Teetablett mit Auffangsystem sorgt dafür, dass all das überschüssige Wasser und der verschüttete Tee sicher aufgefangen werden. Klassische Gong-Fu-Tabletts bestehen oft aus Holz oder Bambus und besitzen einen herausnehmbaren Einsatz mit Rillen/Schlitzen. Darunter verbirgt sich ein Wasserbehälter. So kann man beispielsweise den ersten Aufguss (der zum Spülen der Blätter dient) einfach ins Tablett schütten – das Wasser verschwindet im Inneren und kann später entleert werden. Ebenso kann man nach jedem Aufguss die Teekanne außen abspülen oder Tee über kleine Tonfigürchen (Tea Toys) gießen, ohne dass der Tisch nass wird.

    Ein Teeboot ist vom Prinzip her ähnlich, meist aber kompakter oder schalenförmig. Manche Teeboote sehen aus wie flache Schüsseln oder tiefe Teller, auf die man das Kännchen stellt. Sie dienen vor allem dazu, beim Aufgießen entstehendes überschüssiges Wasser aufzufangen. In der Tradition der Gong Fu Cha-Zeremonie wird oft der gesamte erste Spülaufguss in das Teeboot gegossen – daher der Name „Teeschiff“ oder Boot, das das Wasser aufnimmt. Darüber hinaus kann man ein Tonkännchen im Teeboot setzen und mit heißem Wasser übergießen, um es rundum zu wärmen. Das Boot fängt das Überlaufwasser auf, und das Kännchen nimmt durch das Wasserbad sanft Temperatur an.

    Neben der praktischen Funktion hat ein schönes Tee-Tablett oder Teeboot auch eine ästhetische Komponente: Es bildet die Bühne für das Teezeremoniell. Auf dem Tablett arrangiert man Kännchen, Schälchen, Utensilien und eventuell Deko-Elemente. Die Oberfläche – sei es edles Holz, feine Keramik oder schlichter Bambus – verleiht dem Aufbau Charakter. Ein dunkles, schlichtes Bambus-Tablett etwa unterstreicht die Zen-artige Schlichtheit der Zeremonie; ein kunstvoller Keramikteller als Teeboot kann einen Farbakzent setzen. Gleichzeitig „darf“ auf dem Tablett etwas daneben gehen, was dem Gastgeber die Scheu nimmt, mit Wasser großzügig umzugehen. Im Gegenteil, es gehört zum Gong Fu Cha, dass man Wasser und Tee ruhig fließen lässt – das Tablett/Teeboot fängt alles auf und hält die Umgebung sauber. Kurz gesagt: Ohne Teeboot oder Teebrett würde eine Teezeremonie schnell zum Malheur, mit dieser Unterlage aber bleibt alles ordentlich und stilvoll. Für Teeliebhaber ist das Geräusch des ins Tablett tröpfelnden Wassers und das Bild der sanften Dampfwolken über dem Teeboot sogar Teil der beruhigenden Erfahrung.

    Ein Riechbecher (chinesisch Wenxiangbei), auch Duft- oder Aroma-Becher genannt, ist ein kleines, zylinderförmiges Porzellanbecherchen, das speziell entwickelt wurde, um den Duft des Tees intensiv wahrzunehmen. Er wird meist im Set mit passenden Trinkschälchen verwendet, besonders gern bei hochwertigen Oolong-Tees aus Taiwan oder Fujian. Die Anwendung ist elegant: Zunächst schenkt man den frisch aufgegossenen Tee nicht direkt in die Trinkschale, sondern füllt ihn in den hohen Riechbecher. Dann deckt man diesen mit der kleinen Trinkschale ab (um sie quasi wie einen Deckel verkehrt herum obenauf zu setzen) und dreht das Ganze behutsam um. Dadurch läuft der Tee in die Trinkschale, und der leere Riechbecher bleibt umgedreht obenauf. Hebt man nun den leeren, noch warmen Riechbecher an und führt ihn zur Nase, strömt einem das konzentrierte Aroma des Tees entgegen. Durch die hohe, schmale Form sammelt sich der Duft im Becher und entweicht gebündelt – man kann die vielfältigen Duftnoten (z.B. blumig, fruchtig, holzig) viel deutlicher erschnuppern, als wenn man nur an der flachen Teeschale riecht.

    Typischerweise nutzt man den Riechbecher vor allem beim ersten Aufguss eines Tees. Dieser erste Aufguss – manchmal „Aufguss des guten Duftes“ genannt – enthält die volatilsten Aromastoffe. Man genießt das Bouquet aus dem Riechbecher, bevor man den Tee selbst aus der Schale trinkt. Bei den folgenden Aufgüssen verzichten viele darauf, weil der Geschmack dann im Vordergrund steht. Allerdings ist es Geschmackssache: Einige Teemeister verwenden den Riechbecher bei jedem Aufguss, andere nur beim ersten. Wichtig ist, dass Riechbecher und Trinkschale zusammenpassen (vom Volumen her) und innen hell glasiert sind, damit nichts den Duft verfälscht.

    Die Verwendung von Riechbechern stammt insbesondere aus der taiwanesischen Teekultur. In Taiwan gehört es bei feinen Oolong-Verkostungen zum guten Ton, Aroma- und Trinkbecher im Set zu nutzen – man spricht dort vom „Duft- und Geschmackspaar“. Diese Praxis verleiht der Teezeremonie eine zusätzliche Dimension, da man den Tee zunächst mit der Nase „trinkt“ und dann erst mit dem Mund. Für Gäste ist das oft ein Aha-Erlebnis, wenn sie zum ersten Mal einen Riechbecher benutzen: Man staunt, wie unterschiedlich der Tee riechen kann (z.B. süß-blumig) im Vergleich zu dem, was man anschließend schmeckt (vielleicht honigartig oder mineralisch). Der Riechbecher schärft somit die Wahrnehmung und steigert die Vorfreude auf den ersten Schluck. Insgesamt ist er ein wunderbares Hilfsmittel, um die Aromavielfalt von Tees – insbesondere von Duft-Oolongs wie Jasmin, Orchideen-Oolong oder Dong Ding – voll zu würdigen. In einer liebevoll zelebrierten Gong Fu Cha Teezeremonie darf der Riechbecher deshalb gerne zum Einsatz kommen, um das Erlebnis für Nase und Gaumen komplett zu machen.

    Zur traditionellen Gong Fu Cha-Ausstattung gehört ein Satz kleiner Tee-Werkzeuge aus Holz oder Bambus, der oft als Cha Dao-Set bezeichnet wird. Diese praktischen Helfer machen die Zubereitung nicht nur einfacher, sondern sehen auch noch dekorativ aus. Typischerweise umfasst so ein Set folgende Utensilien:

    • Teelöffel / Schaufel: Ein schaufelförmiger Löffel, mit dem man den losen Tee aus der Dose portioniert und in die Kanne gibt. Durch seine breitere Form kann man Teeblätter direkt aus der Teedose auf die Schaufel gleiten lassen, ohne sie mit den Fingern zu zerdrücken. Das schont die empfindlichen Blätter. Mit dem Teelöffel lässt sich also die Teemenge dosieren und elegant ins Aufgussgefäß befördern.
    • Teezange: Eine kleine Zange aus Bambus oder Holz, mit der man die heißen Teeschälchen und Aroma-Becher anfassen kann. Nachdem man diese mit kochendem Wasser ausgespült hat, sind sie sehr heiß – die Teezange ermöglicht es, sie hygienisch und ohne sich zu verbrühen anzuheben, auszuleeren oder auf dem Tablett zu arrangieren. Darüber hinaus wirkt es sehr stilvoll, wenn man die Schälchen mit der Zange bewegt statt mit den Fingern. Die Teezange ist also sowohl aus praktischen Gründen als auch als Teil der Ästhetik im Einsatz.
    • Teespatel und Trichter: Ein flaches Spatelstäbchen hilft dabei, die aufgegossenen Teeblätter nach dem Aufbrühen aus der kleinen Kanne zu holen. Da Gong-Fu-Kännchen eine enge Öffnung haben, bekommt man die aufgequollenen Blätter sonst schlecht heraus. Mit dem Spatel kann man sie herausfischen oder heraushebeln. Zusätzlich gibt es oft einen Einfülltrichter: ein kleiner Trichter, den man auf den Kanneneingang setzt, während man die trockenen Teeblätter einfüllt. So fallen garantiert alle Blätter in die Kanne und nichts geht daneben – gerade bei sehr kleinen Öffnungen (z.B. Yixing-Kännchen) ist das sehr hilfreich. Spatel und Trichter sorgen also für ein sauberes Handling der Teeblätter, sowohl vor als auch nach dem Aufguss.
    • Tee-Picker / Nadel: Ein dünner Dorn oder eine Nadel, mit dem man die Tülle der Teekanne frei halten kann. Wenn mal ein Teeblatt das Ausgussloch verstopft (viele Kännchen haben innen ein kleines Sieb vor der Tülle), stochert man mit der Nadel vorsichtig darin und entfernt das Hindernis. Außerdem nutzt man so einen „Tee-Dorn“ auch, um gepressten Tee (z.B. Pu-Erh Fladen oder Bricketts) aufzubrechen: Man sticht in den Teekuchen und hebelt Stücke heraus, ohne sie zu zermahlen. Der Tee-Picker ist also ein vielseitiges Werkzeug für spezielle Aufgaben.

    Diese Utensilien bewahrt man meistens in einem passenden Behälter auf, einem schmucken Köcher, der mit zum Set gehört. Dieser steht griffbereit neben dem Teetablett, sodass jedes Werkzeug seinen Platz hat. Die Verwendung der Tea Tools verleiht der Zeremonie eine zusätzliche Präzision und Anmut. Man sieht, dass der Gastgeber mit Hingabe und Sorgfalt arbeitet – selbst kleinste Handgriffe werden bedacht ausgeführt. Allerdings muss man betonen: Man kann Gong Fu Cha auch ohne all diese Tools durchführen. Sie sind nicht zwingend notwendig, aber sie erleichtern vieles und machen Spaß. Die meisten Teeliebhaber, die sich länger mit Gong Fu Cha beschäftigen, legen sich früher oder später so ein Set zu, weil es das Erlebnis abrundet. Es bringt eine spielerische Geschicklichkeit ins Ritual und ist zugleich eine Hommage an die traditionelle Tee-Kunst. Wenn man die Utensilien einmal gewohnt ist, möchte man sie nicht mehr missen – sie gehören dann einfach dazu, wie Messer und Gabel zum Essen.

    (Zusatz: Häufig verwenden Teemeister zudem eine Präsentationsschale (Cha He). Das ist eine kleine Schale, auf der die trockenen Teeblätter vor dem Aufguss präsentiert werden. Man kann die Blätter darauf zunächst begutachten und den Gästen zum Anschauen oder Riechen anbieten. Anschließend werden die Blätter von dieser Schale in die Kanne gefüllt – die speziellen Formen der Präsentationsschalen (oft blattähnlich mit Tülle) erleichtern das Hineinschütten in die Kanne, ohne etwas zu verkleckern. Dieses Zubehör unterstreicht die Wertschätzung der Schönheit der Teeblätter und fügt dem Ablauf eine feierliche Note hinzu, ist aber optional.)*

    Tea Toys – zu Deutsch manchmal Teetiere – sind kleine Figuren oder Dekoelemente, die beim Gong Fu Cha mit auf dem Teetisch stehen. Meistens sind es niedliche Tierfigürchen oder symbolische Gestalten aus unglasiertem Ton, z.B. Frösche, Drachen, Löwen, Schweine oder Mönche. Sie haben auf den ersten Blick keine direkte Funktion in der Tee-Zubereitung. Warum sind sie also da? Nun, sie erfüllen einen ästhetischen und emotionalen Zweck. Tea Toys verleihen der Teezeremonie eine persönliche, verspielte Note und machen aus dem Teetablett eine Art Miniatur-Teewelt.

    Oft werden diese Tonfiguren während der Zeremonie in das Geschehen einbezogen: Der Gastgeber gießt zwischendurch ein paar Tropfen Tee über das Teetierchen oder setzt es symbolisch „in Szene“. Das hat zum einen Tradition – man sagt, die Tea Pets sollen mit Tee „genährt“ werden, damit sie einen schönen Glanz entwickeln. Tatsächlich nehmen unglasierte Tonfiguren, ähnlich wie Yixing-Kännchen, mit der Zeit durch den Tee eine Patina an. Ein über Jahre fleißig gefüttertes Teetier bekommt eine lebendige, tee-gesättigte Oberfläche, was als Glück bringend und hübsch gilt. Zum anderen zaubern die Tea Toys aber einfach ein Lächeln auf die Gesichter: Sie lockern die formale Atmosphäre auf. Wenn ein kleiner Ton-Buddha grinsend am Tablett-Rand sitzt oder ein Drache die Pranken hebt, schmunzeln die Gäste unwillkürlich – es erinnert daran, dass Tee zwar eine ernste Kunst sein kann, aber der Genuss auch Freude und Leichtigkeit beinhaltet.

    In der chinesischen Teephilosophie symbolisieren Tea Toys oft etwas: Der Frosch etwa steht für Regen und damit für Fruchtbarkeit; der Drache für Stärke und Schutz; ein kleines Schweinchen für Wohlstand und Gemütlichkeit. Manche Tee-Enthusiasten wählen je nach Anlass oder Jahreszeit unterschiedliche Figuren, um eine bestimmte Stimmung zu unterstreichen. In Menglin Chous Teeakademie heißt es z.B., man schärfe seinen Sinn für die Einheit von „Tee, Jahreszeit und Teatoys“. So könnte man im Frühling vielleicht ein Tier wählen, das für Neuanfang steht, im Herbst eines für Ernte oder Weisheit. Das ist natürlich kein Muss, aber zeigt, wie spielerisch-kreativ Gong Fu Cha sein darf.

    Für das eigentliche Teeritual sind die Tea Toys also nicht funktional, aber sie tragen zur Gesamtästhetik bei. Sie machen das Teetablett persönlicher – schließlich sucht sich jeder Teeliebhaber seine Figuren nach eigenem Geschmack aus. Manche sammeln über die Jahre mehrere Tea Pets und wechseln sie ab. Ein bekanntes Teetier ist übrigens der „Pee-Pee Boy“: ein kleiner Ton-Junge, den man in kaltes Wasser taucht und dann mit heißem Wasser übergießt, woraufhin er – zur Belustigung aller – einen Wasserstrahl von sich gibt. Solche Gimmicks zeigen, dass inmitten der achtsamen Zeremonie auch Humor Platz hat. Die Gäste sind oft gespannt: „Welches Teetier sitzt heute auf dem Tablett?“. Es kann ein schöner Gesprächseinstieg sein, vor allem, wenn Leute noch neu in der Teezeremonie sind.

    Zusammengefasst: Tea Toys sind kleine Begleiter der Gong Fu Cha-Zeremonie, die das Ambiente auflockern und verschönern. Sie stehen für die Freude am Tee und die individuelle Handschrift des Tee-Gastgebers. Obwohl sie keine praktische Aufgabe haben, gehören sie für viele Enthusiasten einfach dazu. Sie signalisieren: Hier zelebriert jemand Tee mit Herz und Humor. Und am Ende entwickeln auch die Tea Toys – genau wie die Teekännchen – eine Geschichte und Persönlichkeit, je länger sie uns beim Teetrinken Gesellschaft leisten.

    Wenn Sie Ihre Kenntnisse über Gong Fu Cha vertiefen möchten, stehen Ihnen zahlreiche Möglichkeiten offen. Sehr ans Herz legen möchten wir Ihnen die Webseite des Teehauses Shui Tang in Zürich, betrieben von der bekannten Tee-Expertin Meng-Lin Chou. Dort finden Sie eine Fülle an Beiträgen über chinesische und taiwanesische Teekultur, Hintergrundwissen zu Teeanbau, Verkostungsnotizen und auch Veranstaltungshinweise (Teeseminare, Kurse etc.). Meng-Lin Chou führt zudem Teereisen und Workshops durch – ihre Perspektive aus erster Hand ist ungemein bereichernd. Ein Besuch auf shuitang.ch lohnt sich für jeden, der tiefer in die Materie eintauchen will.

    Darüber hinaus gibt es spezielle Literatur zum Thema Gong Fu Cha. Länggass-Tee in Bern hat ein sehr schönes Buch namens „Gong Fu Cha – Tee als Handwerkskunst und bewusstes Genießen“ herausgebracht, das Tradition und Praxis dieser Zeremonie beschreibt. Solche Bücher erklären sowohl die Techniken (Schritt-für-Schritt der Zubereitung, ideale Wasserparameter, Auswahl der Utensilien) als auch die Philosophie dahinter. Sie erfahren z.B. etwas über die Geschichte des Teeanbaus in China und Taiwan, die Bedeutung von Tee in verschiedenen Dynastien, gesundheitliche Aspekte des Teegenusses und vieles mehr. Auch Klassiker der Teekultur wie „Der Teeweg“ (Cha Dao) oder „The Book of Tea“ geben wertvolle Einblicke – letzteres zwar über die japanische Teekultur, aber mit universellen Weisheiten zum Thema Tee und Zen.

    Neben Büchern und Webseiten können Sie auch praktisch lernen: Besuchen Sie Teehäuser oder Teezeremonie-Vorführungen, sofern verfügbar. Es gibt mittlerweile in vielen Städten Teestuben oder Vereine, die Gong Fu Cha-Workshops anbieten. Dort können Sie unter Anleitung üben, und es ist etwas ganz anderes, die Atmosphäre live zu erleben – den Duft im Raum, die Handgriffe des Tee-Meisters, das gemeinsame Schweigen und Staunen, wenn ein Aufguss besonders gut gelungen ist. Ebenso sind Online-Videos hilfreich: Auf Plattformen wie YouTube findet man Demonstrationen von Gong Fu Cha, Erklärungen zu Utensilien und sogar Livestreams von Teezubereitungen. Zwar ersetzt das nicht das eigene Erfahren, aber es kann Ihnen ein genaueres Bild geben, wie erfahrene Praktizierende vorgehen.

    Nicht zuletzt: Probieren Sie es selbst aus! Gong Fu Cha ist eine Kunst, die man nur durch eigenes Tun wirklich versteht. Richten Sie sich Ihre kleine Teeecke ein, besorgen Sie sich ein einfaches Gong Fu Cha-Set (z.B. ein Gaiwan, drei Schälchen, Servierkanne und Teebrett – vieles haben Sie vielleicht schon) und experimentieren Sie mit Ihren Lieblingstees. Zünden Sie eine Kerze an, legen Sie leise Musik auf oder genießen Sie einfach die Stille, und lassen Sie sich auf das Ritual ein. Anfangs mag es ungewohnt sein, aber mit jeder Session werden Sie sicherer und spüren mehr, warum diese Teezubereitung so besonders ist. Sie werden Ihren Tee in Zukunft mit ganz anderen Augen sehen – oder besser gesagt mit feiner abgestimmten Sinnen schmecken und riechen. Jede Schale Tee wird so zu einer kleinen Auszeit und Entdeckungsreise. In diesem Sinne: Viel Freude beim weiteren Erkunden der Gong Fu Cha-Kunst! Genießen Sie jeden Aufguss – und lassen Sie den Tee Ihr Lehrmeister sein.

    Die Insel Taiwan ist berühmt für ihre lebendige Teekultur und hat Gong Fu Cha besonders verfeinert. In den 1970er-Jahren begannen taiwanesische Tee-Enthusiasten, die traditionelle chinesische Zeremonie aus Chaozhou zu adaptieren und zu einem eleganten Kulturerlebnis auszubauen. So entstand in Taiwan eine Variante des Gong Fu Cha, die großen Wert auf Ästhetik und olfaktorische Nuancen legt. Ein Beispiel dafür ist die Einführung des Riechbecher-Sets: Das Verwenden eines getrennten Duftbechers neben der Trinkschale war eine taiwanesische Innovation, um das Aroma edler Oolong-Tees optimal zu genießen. Auch heute noch werden in Taiwan hochwertige Hochland-Oolongs (wie z.B. Dong Fang Mei Ren – Oriental Beauty oder die berühmten Ali Shan und Li Shan Tees) nahezu immer nach Gong Fu Cha-Manier zubereitet. Die Taiwanner zelebrieren die Teezeremonie oft im familiären oder freundschaftlichen Kreis, in Teehäusern oder zuhause, und verbinden dabei chinesische Tradition mit eigener Kreativität. Durch diese Mischung aus Bewahren und Weiterentwickeln hat Taiwan eine einzigartige Teekultur geschaffen, die weltweit Beachtung findet. Nicht zuletzt tragen Experten wie Meng-Lin Chou – eine Tee-Meisterin aus Taiwan und Gründerin des Zürcher Teehauses Shui Tang – dazu bei, dieses Wissen und die Faszination der taiwanesischen Gong Fu Cha Zeremonie im Westen bekannter zu machen.