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Koucha & mehr: Japanischer Schwarztee aus besonderen Strauchsorten

Koucha ist japanischer Schwarztee mit mildem, oft fruchtigem Aroma. Sorgfältig verarbeitet von erfahrenen Teebauern, zeigt er sich weich und elegant in der Tasse. Entdecke unsere Auswahl an hochwertigem Bio-Koucha – ergänzt um seltenen Oolong.

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    Koucha – Die feine Welt des japanischen Schwarztees

    Japan ist vor allem für seine Grüntees berühmt – doch die zart-herbe Eleganz japanischer Schwarztees (Koucha) wird zunehmend geschätzt. Anders als indische oder chinesische Sorten überzeugen diese Tees mit ihrer weichen Aromatik, ihrer helleren Tasse und einem fast fruchtigen Charakter. Im Moses Tee Shop finden sich sorgfältig ausgewählte Bio-Schwarztees, die das Spektrum japanischer Schwarztee-Kunst perfekt abbilden.

    Handwerk & Herkunft: Teefamilien aus Yakushima, Miyazaki und Kirishima

    Jeder Tee dieser Kollektion stammt von einer renommierten Teefamilie mit tiefen Wurzeln in der japanischen Teekultur. Der Kanaya Midori Koucha und der elegante GIN-KEI Schwarztee kommen von der Familie Watanabe aus Yakushima – bekannt für ihr naturbelassenes Anbaugebiet und ihre besonders floralen Schwarztees. Aus Miyazaki stammt der Kadota Arasaki Koucha, ein ausgewogener Tee mit leichten Muskatnoten. Die Familie Hayashi aus Kirishima liefert den Miumori Koucha, der nicht nur durch seine Tiefe begeistert, sondern auch aus der seltenen Strauchsorte Benifuuki hergestellt wird – bekannt für ihre Komplexität und feine Würze.

    Zwei Gesichter von Benifuuki: Miumori & Kakegawa

    Besonders spannend: Sowohl der Kirishima Miumori Koucha als auch der Kakegawa Benifuki Koucha stammen aus der selben Strauchsorte Benifuuki, präsentieren sich jedoch sehr unterschiedlich. Während der Miumori Koucha durch den Einfluss des Kirishima-Gebirges eine ausgewogene und weiche Struktur besitzt, zeigt sich der Kakegawa Benifuki von Ronnefeldt kräftiger, fast malzig, und eher klassisch in seiner Schwarztee-Ausrichtung. Beide Varianten bieten einen faszinierenden Vergleich derselben Sorte unter unterschiedlichen Bedingungen.

    Ergänzt wird das Sortiment durch einen seltenen japanischen Oolong aus der Strauchsorte Benifuuki – ein sanfter Grenzgänger zwischen Schwarz- und Grüntee, der das aromatische Spektrum dieser Varietät auf einzigartige Weise erweitert.

    Bio-Qualität & Aromenvielfalt in jedem Aufguss

    Fast alle Tees sind zertifiziert biologisch und spiegeln die Vielfalt japanischer Schwarztees wider: von fruchtig-leicht über blumig bis hin zu vollmundig und würzig. Durch ihre besondere Verarbeitung und die kleinstrukturierte Herstellung per Hand behalten sie ein hohes Maß an Natürlichkeit und Terroir. Ob pur oder als Begleitung zu feinem Gebäck – Koucha bietet ein authentisches, hochwertiges Tee-Erlebnis für Kenner:innen und Neugierige gleichermaßen.

    Koucha FAQ für Tee-Expert:innen

    Koucha ist im Japanischen die Alltagsbezeichnung für Schwarztee. Das „Rot“ bezieht sich (wie in anderen ostasiatischen Farbsystemen) auf die Tassenfarbe – also auf das rötlich-bernsteinfarbene Liquorbild, nicht auf das Blatt. Für die Praxis heißt das: Wenn auf einer japanischen Packung „Koucha“ steht, ist damit ein oxidativ ausgebauter Tee gemeint, der im westlichen Sprachgebrauch in die Schwarztee-Kategorie fällt. Als Herkunftsbegriff begegnet dir zusätzlich „Wakōcha“: Das ist Schwarztee, der in Japan produziert wurde.

    Koucha beschreibt die Teekategorie (Schwarztee). Wakōcha beschreibt die Herkunft (japanischer Schwarztee). Wakōcha ist also nicht automatisch „besser“, aber häufig anders gedacht: Viele Produzenten kommen aus der Grüntee-Welt, arbeiten mit kleineren Chargen, und bauen Schwarztee so aus, dass er auch ohne Milch/Zucker funktioniert – weichere Textur, feinere Süße, oft florale oder fruchtige Signaturen.

    Zwei Gründe dominieren: Cultivar und Prozessführung. Japanische Schwarztees entstehen oft aus japanischen Cultivars (teils aus der Grüntee-Züchtung), deren Aromatik bei kontrollierter Oxidation eher in Richtung Blüte, Steinobst, Honig oder helle Gewürze kippt. Dazu kommt eine Prozessästhetik, die Bitterspitzen meidet: kürzere Extraktion im japanischen Stil (mehrere kurze Aufgüsse) und häufig ein Ausbaustil, der „Transparenz“ vor maximaler Dunkelheit stellt.

    In der Teewelt meint „Fermentation“ bei Schwarztee meist enzymatische Oxidation: Catechine reagieren zu Pigmenten und Strukturträgern (vereinfacht: Theaflavine „heller/straffer“, Thearubigine „dunkler/runder“). Für die sensorische Einschätzung helfen drei Marker: (1) Tassenfarbe (gold-amber vs. dunkel-bernstein), (2) Textur (klar/straff vs. breit/rund), (3) Aromafamilie (blumig-fruchtig vs. malzig-kakaonah). Japanischer Koucha spielt oft bewusst im helleren, duftigeren Spektrum.

    Drei Ebenen: Benifuuki, Kanaya Midori/Kanayamidori und Zairai. Benifuuki kann – je nach Verarbeitung – von fruchtig-elegant bis „klassisch schwarzteehaft“ reichen; ideal, um Terroir und Prozess gegen denselben genetischen Hintergrund zu verkosten. Kanaya Midori als „Grüntee-Cultivar im Schwarztee-Outfit“ liefert oft eine florale, sehr „japanische“ Schwarztee-Linie. Zairai (samenvermehrte, genetisch diverse Pflanzen) bringt häufig mehr Ecken, Kanten und ein terroirbetontes Spektrum. In der konkreten Auswahl findest du Benifuuki sowohl als Koucha (Kirishima Miumori, Kakegawa Benifuki) als auch als Oolong (Mi No Ka); Zairai spielt u. a. beim Kadota Arasaki und beim Sakura-No (neben Yabukita) mit.

    Benifuuki ist züchterisch genau für diese Spielwiese gebaut: Schwarztee und halboxidierte Tees. Chemisch interessant ist sie außerdem, weil Benifuuki für O‑methylierte Catechine bekannt ist. Für Schwarztee-Nerds ist der Knackpunkt: Bei voller Oxidation sind diese methylisierten Catechine im klassischen Schwarztee-Stil nicht mehr das zentrale Thema – dafür rücken Duft, Struktur und die „saubere“ Oxidationsführung in den Vordergrund. In Oolong- oder sanft oxidierten Stilen kann das Profil anders wirken, weil die Prozesskette weniger „abschließt“ als beim Schwarztee.

    Sommer-/Zweitpflückungen bedeuten mehr Sonne, ein anderes Polyphenolprofil und oft mehr „Material“, das in der Oxidation in Duft umgebaut werden kann. In dieser Kollektion ist das kein Zufall: Beim Arasaki Koucha wird Sommerernte explizit als Stilentscheidung geführt; auch beim Sakura-No wird die Sommerernte als Grundlage für vielschichtige Aromen betont. Das Ergebnis sind häufig Tees, die zwar Substanz haben, aber trotzdem „klar“ bleiben – weniger rohe Bitterkeit, mehr aromatische Tiefe.

    Wenn Sie aus der Sencha/Kabusecha-Welt kommen, ist Koucha ein schönes Crossover: Kyusu, kurze Zeiten, mehrere Aufgüsse. Praktisch heißt das: moderat dosieren (z. B. 1–2 TL/200 ml), eher 85–95 °C (je nach Tee), dafür extrem kurze Zeiten (20–40 Sekunden) und sofort vollständig abgießen. Diese „Complete Decant“-Disziplin ist bei Koucha fast wichtiger als die Temperatur. Bei dem Ronnefeldt-Kakegawa-Stil funktioniert dagegen auch die westliche Extraktion (kochendes Wasser, 3–4 Minuten) – er ist kräftiger „klassischer“ gedacht.

    Weil die Kollektion nicht nur „Schwarztee aus Japan“ zeigen will, sondern das Aromaspektrum, das Cultivars wie Benifuuki unter unterschiedlichen Oxidationsgraden liefern. Der Mi No Ka ist ein halboxidierter Benifuuki-Tee mit sehr fruchtbetonter Aromatik (Stichwort: Zitrus/Steinobst) und handwerklicher Verarbeitung. Der Suikyo Woodwind ist noch spannender als Grenzgänger: Oolong-Welkung, danach aber eine Grüntee-nahe Dämpfung – das macht ihn sensorisch „zwischen den Kategorien“. Für die Verkostung gilt: Oolong hier nicht als „taiwanesisch gerösteter Klassiker“ lesen, sondern als japanische Interpretation mit Fokus auf Klarheit und Duft.